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Demonstration mit mehrere Hunderttausende Personen

Verantwortlicher Autor: CSD e.V. Berlin, 29.07.2025, 21:12 Uhr
Presse-Ressort von: Axel Schmidt Bericht 4418x gelesen
Führungstruck des Berliner CSD e. V.
Führungstruck des Berliner CSD e. V.  Bild: Axel Schmidt

Berlin [ENA] Am Berliner CSD haben in diesem Jahr mehrere Hunderttausende Personen teilgenommen. Die Demonstration war so groß und politisch wie lange nicht mehr. Die gesellschaftliche und politische Situation hat die queere Community und ihre Unterstützer:innen im besonderen Maße mobilisiert.

Große Unterstützung erfuhr der CSD auch durch namhafte Künstler:innen, Politiker:innen und Live-Streams von Medien. Die Veranstalter:innen ziehen eine positive Bilanz. Die diesjährige Eröffnungsrede des CSD in Berlin hielten die beiden Bundestagsvizepräsident:innen Josephine Ortleb (SPD) und Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen). Ein Grußwort hielten auch die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (DIE LINKE) und Cansel Kiziltepe (Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung). Mit ihren Reden setzten sie ein starkes Zeichen demokratischer Solidarität in einer Zeit wachsender Unsicherheit für queere Menschen.

Josefine Ortleb sagte entschlossen: "Wir erleben, wie queere Menschen zunehmend ins Visier rechter Hetze geraten - in Wahlprogrammen, in politischen Debatten, auf der Straße. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Der Berliner CSD erinnert uns daran, dass Gleichberechtigung kein Selbstläufer ist. Er ist ein Raum der Sichtbarkeit und der Solidarität. Als Bundestagsvizepräsidentin stehe ich an der Seite der queeren Community - laut, klar und entschlossen gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit." Omid Nouripour ergänzte: „Als Vizepräsident des Deutschen Bundestages ist mir wichtig, deutlich zu machen: CSDs sind gelebte Demokratie.

Der Einsatz für Grundrechte ist keine Frage von Neutralität, sondern ein Auftrag für alle Demokratinnen und Demokraten. LSBTTIQ+ brauchen europaweit Solidarität - gerade in diesen Zeiten. Ich freue mich, bei der Eröffnung des Berliner CSDs dabei zu sein.“ Der Vorstand des Berliner CSD e. V., Marcel Voges rief entschieden dazu auf, dass sich die gesellschafliche Mitte hinter die queere Community stellt: "Der CSD steht für Demokratie und Menschenrechte. Und in einer Zeit, in der queere Menschen vermehrt Angriffen ausgesetzt sind, braucht es ein entschiedendes Handeln der Politiker:innen."

Im Anschluss an die Redebeiträge eröffneten alle Redneri:nnen gemeinsam mit dem Vorstand und weiteren Gästen aus Politik und Community offiziell den Demonstrationszug. Insgesamt sprachen mehr als 200 Redner:innen der LGBTQIA*-Community auf den Wagen, um die Diversität der Community zu zeigen und sich für Demokratie und Vielfalt einzusetzen. Der Zug setzte sich um 12.30 Uhr in Bewegung. Mit dabei waren 80 Fahrzeuge und 100+ Fußgruppen. Unter dem Motto "Nie wieder still!" zog die friedliche Demonstration durch die Straßen Berlins, um für die Rechte der queeren Community einzustehen.

Während der Demonstration wurde an wichtigen Punkten wie dem Bundesrat, Potsdamer Platz und Nollendorfplatz Redebeiträge abgehalten. Unter anderem sprachen Vertreterinnen des Budapest Pride und des Stonewall Inn aus New York auf dem Vorstandswagen an der Spitze des Zuges. Auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor begann derweil bereits die große Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen sowie künstlerischen und musikalischen Acts. Für die Moderation des Kinder- und Jugendprogramms sowie des Hauptprogramms waren Daphne de Baakel, Ricarda Hofmann (Podcasterin, Comedy-Autorin, Busenfreundin Podcast) und Brix Schaumburg (Schauspieler, Sänger, Trans* Aktivist, Autor) zuständig. Sie führten bilingual und charmant durch den Tag und Abend.

Außerdem gab es Gebärdendolmetscher:innen. Einer der Höhepunkte der Abschlusskundgebung war die Verleihung des Soul of Stonewall Awards an die Kampagne “Nie wieder leise” von Woman Life Freedom. Die Laudatio hielt Fraence Grethe. Den Award nahmen die Initiator:innen von Woman Life Freedom, Unity Neda Paiabandi und Bonyad Bastanfar, entgegen. Musikalischer Höhepunkt war der umjubelte Reunion-Auftritt von Special Support Act Monrose. Sie feierten ihr Comeback mit vielen tausenden Fans auf der queersten Bühne Deutschlands. Auch der größte Flinta-Chor Deutschlands, die D-Dur Dykes, überzeugten mit einer stimmgewaltigen A-capella Darbietung. Besonders gefeiert wurde der Auftritt des Ensembles des Theater des Westens.

Unter dem Motto „Liebe ist alles. Nie wieder still. Wir bleiben laut“ boten die Künstler:innen ein Portfolio der größten Hits von Rosenstolz dar. Bei dem Song "Liebe ist Alles" blieben kaum Augen trocken. Den Abschluss des Bühnenprogramms bildete ein gemeinsames DJ-Set von Alle Farben und Felix Jaehn. „Wir bedanken uns bei allen, die heute mit uns auf der Straße demonstriert und bei der Abschlusskundgebung gefeiert haben. Der Zuspruch der Politik und der Medien zeigt ganz deutlich, dass der CSD eine wichtige Demonstration und Anlass ist, uns und unsere Ziele zu feiern. Jedoch soll nicht davon abgelenkt werden, dass es weiterhin viele Missstände gibt. Unsere Forderungen sind wichtiger denn je.

Wir machen weiter Druck und vor allem sind wir nie wieder still!“, erklärte der Vorstand des Berliner CSD e. V. in seiner Rede bei der Abschlusskundgebung. Die Bedeutung des Berliner CSD wurde durch ein breites Medienecho unterstützt. Hunderte Medienvertreter:innen aus aller Welt waren dabei. Das rbb Fernsehen übertrug in einer LIVE-Schalte Teile des Umzugs und hatte dazu diverse Talk-Gäste geladen. Zudem sendete radioeins vom rbb aus der Urania eine Sondersendung. Dazu berichteten die Lietmedien wie ARD und ZDF in ihren abendlichen Hauptnachrichten. Weitere Informationen zum CSD Berlin | Berlin Pride und auf https://csd-berlin.de/

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